Nationalpark Jasmund auf Rügen

Nationalpark Jasmund – einzigartige Fauna und Flora, ein Naturerlebnis

Der kleinste Nationalpark Deutschlands liegt im Nordosten der Insel Rügen nördlich der Hafenstadt Sassnitz, der Nationalpark Jasmund.

Dieser Park wurde am 12. September 1990 gegründet und umfasst eine Gesamtfläche von 3.003 ha. Das Areal wird unterteilt in die Buchenwälder der Stubnitz mit der Kreide-Kliffküste (2.200 ha), die ehemaligen Quoltitzer Kreidebrüche mit Wiesen, Mooren und Trockenrasen (200 ha) sowie einen ca. 500 m breiten, der Küste vorgelagerten Bereich der Ostsee bis rund 10 m Wassertiefe (603 ha).

Rund 86,6 % der Nationalparkfläche gehören der Kernzone an, in der keine künstlichen Eingriffe zugelassen werden. Es handelt sich hier um insgesamt 2.600 ha natürliche Wälder, Moore, Küstenstreifen und Wasserfläche. In der so genannten Pflegezone (14,4 % = 403 ha) dürfen sanfte Maßnahmen durchgeführt werden, um den Besuchern Erholung und Bildung zu ermöglichen.

Die Steilküste mit den Kreidefelsen ist sicherlich der bekannteste Teil des Nationalparks Jasmund. Diese Steilküste stellt den größten geologischen Aufschluss in Norddeutschland dar. Durch die exponierte Lage der Kliffs können die Wellen der Ostsee bei Sturm die Erosion stetig weiter voran treiben und die Felsküste unterspülen, so dass ein stetiger Wandel der Steilufer gegeben ist. Besonders im Winter kann durch Spaltenfrost der Absturz größerer Felsmassen ausgelöst werden. Bei einem Strandspaziergang findet man deshalb nicht nur Feuersteinknollen sondern auch Fossilien der Kreidezeit wie Seeigel, Schwämme und Austern. Zur Erosion tragen auch die Bäche bei, die aus den Mooren der Hochregion entspringen und dann über Wasserfälle hinunter zum Strand stürzen und in die Ostsee fließen. Die bekanntesten Felsformationen des Nationalparks sind die Wissower Klinken, die Kleine und Große Stubbenkammer und der 118 m hohe Königsstuhl.

Seit ein paar Jahren entwickelt sich hier ein Nationalpark-Zentrum zum Hauptanziehungspunkt der Insel: der Königsstuhl. Hier erhalten die vielen Besuchern einen Einblick in die Zusammenhänge von Kreide und Ostsee und den Buchenwäldern des Nationalparks.


Am Rande des Nationalparks findet man den einzigen Tiergarten Rügens. Interessant ist auch das Kreidemuseum Gummanz in Sagard, einzigartig in Europa. Unweit von Sassnitz gelegen, zeigt es Originalgeräte, die die geologischen Zusammenhänge verdeutlichen.

Die ausgedehnten Buchenwälder der Stubnitz sind das größte zusammenhängende Buchenwaldgebiet der deutschen Ostseeküste. Zusätzlich findet man andere Laubbaumarten wie Erle und Esche, aber auch Wildbirne und -apfel, Elsbeere sowie Eibe. Nadelbäume wie Fichte und Lärche kommen nur untergeordnet vor. Aufgrund der unterschiedlichen Standortbedingungen hat sich im Nationalpark eine sehr artenreiche Vegetation entwickelt. In den Mooren wachsen Wollgräser, Fieberklee, Sonnentau und Riesenschachtelhalm. Der Trockenrasen der Steilküste beherbergt mehrere Orchideenarten.

Eine Besonderheit ist auch die Salzvegetation der Blockstrände mit Salzmiere, Salz-Binse und Strand-Tausengüldenkraut. Entsprechend der Flora gibt es natürlich auch eine vielfältige Fauna, auf Jasmund nisten Seeadler, Wanderfalke, Eisvogel und Mehlschwalben. In den Feuchtgebieten leben Molche, Frösche und seltene Ottern

Um die Naturschönheiten zu erhalten und trotzdem dem Besucher zugänglich zu machen, wurde im März 2004 das Nationalparkzentrum Königsstuhl eröffnet. Hier kann man bei einer Multivisionsshow den Nationalpark Jasmund erleben, ohne die Natur in ihrer Entwicklung zu beeinträchtigen.

Sassnitz ist also ein sehr bekannter Ferienort und dient auch als Tor zu den nahe gelegenen Nationalpark Jasmund. Sassnitz ist auch die Heimat von Rügens einzigem Tierpark.